Die Presse über Lizard:

Esslinger Zeitung 5.10.2009   Rockiges Gedenken an Georg Bayer

[...] Das Zusammenspiel mit dem Southern-Rock_Haudegen Bruce Brookshire, der für die Tour als Sänger von Lizard auftritt, funkionierte perfekt. Die Musiker sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team. Christoph Berner bildet mit Volker Dörfler ein virtuoses Gitarren-Duo. Sie boten ausgefeilte Double-Leads bei dem Titel "Boys are on the road", die mit Anleihen an die famose Allman Brothers Band nicht geizten. Nach ihrem Vorbild trat Lizard auch mit zwei Schlagzeugern auf. Der intensive Drive von Helmut Kipp und Wolfgang Rosner haute im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich rein. Alle Southern-Insignien, die die Herzen der Lizard-Fans höher schagen ließen, wurden mit enormem Groove serviert. Zwischen den Kreuzfeuern aus fetten Gitarrenriffs waberte das Honkey-Tonk-Keyboard von Klaus Brosowski, am Bass agierte zuverlässig wie eh und je Ralf Mende [...]

Home of Rock - Das Rockmagazin, Oktober 2009   In memory of Schorsch. Lizard feat. Bruce Brookshire

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Südwestpresse/ Neckarjournal (18.03.2008)   Echte Helden des Southern Rock im

[...] Lizard, die wohl amerikanischste aller deutschen Southern Rock Bands, ist dank der Rückkehr von Frontmann Georg "Schorsch" Bayer wieder aktiv. Und der Lizard Chef brachte gleich noch sein amerikanisches Pendant Bruce Brookshire von den legendären "Doc Holliday" mit. [...] Das große Finale läutet dann aber der wohl größte "Doc Holliday" Hit "Lonesome Guitar" ein. Mit dieser Gänsehaut Nummer präsentierten sich nicht nur die beiden Southern Rock Haudegen im Duett, auch die Gitarre war an diesem Abend alles andere als einsam: das Gitarrenhexer-Trio Brookshire, Dörfler und Berner lieferte sich endlos virtuose Soli-Duelle.

Powermetal 23.07.2007   Lizard - Live Zeltspektakel 8.10.2004 (DVD)

Dass auch Southern Rock aus Deutschland funktioniert, beweisen LIZARD seit über anderthalb Jahrzehnten. Vielleicht liegt es daran, dass sie als Schwaben in gewisser Hinsicht ja auch Südstaatler sind [...]
LIZARD sind echte Livetiere. Mit zwei Gitarren und zwei Schlagzeugen rockt die Band gekonnt los und heizt dem Publikum mächtig ein. Nach dem Einstieg 'Riding On A Train' folgen einige Stücke aus dem aktuellen Studioalbum "Lonely Are The Brave" und ältere Nummern. [...] Stramme Rocker ('Travelling Band') sind ebenso vertreten wie traurige Bluesstücke ('One Of These Days') oder die lockere Nummer 'The Boys Are On The Road' mit Zitaten der ALLMAN BROTHERS. Gerade bei diesem Stück brilliert das überragende Gitarrentandem Volker Dörfler und Christoph Berner mit Doppel-Leadgitarren. Hierzulande gibt es nicht viele Gitarristen dieses Kalibers. [...] Danach beginnt schon fast ein zweites Konzert, denn Bruce Brookshire, Chef von DOC HOLLIDAY und ein echter Entertainer, betritt die Bühne und zockt mit den Musikern mehrere Klassiker seiner Band ('Southern Man', 'Doin' It Again', 'Redneck Rock & Roll Band') und einige Standards ('Route 66', 'Gimme Some Loving'). Er stockt die Band nicht nur zur Drei-Gitarren-Armee auf, sondern schnappt sich auch gleich das Mikrophon und bringt mächtig Stimmung in die Hütte. Zu dem Jam 'My Fears Are Gone' mit Soli fast aller Instrumente und feinem Drum-Duell kehrt Georg Bayer auf die Bühne zurück. [...] Mit Bruce Brookshire und weiteren Gästen stehen irgendwann fast zehn Mann auf der Bühne, wenn als Zugabe 'Ordinary Southern Man' von ersten Album und das DOC HOLLIDAY-Brandzeichen 'Lonesome Guitar' mit gigantischen Tripel-Leadgitarren gespielt werden.
Eine Klasseband bei einem über zweistündigen Klassekonzert. Und der Sound der DVD stimmt ebenfalls. Die Bildqualität ist gestochen scharf[...]. Gleichzeitig mit der DVD ist auch eine CD mit kürzerer Setlist erschienen.
Anspieltipps: Travelling Band, (The) Boys Are On The Road, Redneck Rock & Roll Band, Lonesome
www.powermetal.de

Home of Rock 16.05.2007   Kirchheim/Teck, Rollschuhplatz-Open Air

Bruce Brookshire war mal wieder zu Besuch bei seinem Freund Georg Bayer, der ja nun wieder dort ist wo er hingehört, am Mikrofon bei LIZARD nämlich, also ging man gemeinsam auf eine kleine Tour und brachte verblüffend viele Menschen auf die Beine und machte sie froh. Wenn man die Reaktionen in den einschlägigen Foren liest, handelt es sich sogar um eine anhaltende Glückseligkeit. Wundert es? Nein, oder? Der Welt größter Rock'n'Roll-Entertainer zusammen mit der tightesten Kapelle südlich der Ostsee auf entspannter Spaßreise, da geht nix mehr schief.
[...] Diesmal mit zwei Schlagzeugen, eines für Helmut Kipp und eines für Wolfgang Rosner. Zuletzt konnte man das beim legendären "Abschiedskonzert" (jetzt endlich auf DVD, Review folgt) bewundern. Percussionfreunde werden wissen was gemeint ist, wenn man sagt, dass die zwei Klasse-Drummer einen außergewöhnlichen Job machen. Mal swingen beide zusammen, dann schüttelt einer den Shaker während der andere groovt, dann stampfen beide straight durch einen 4/4 mit allerhöchstem Rock-Faktor, manchmal gibt's ein Donnerwetter und danach geht die Cymbal-Sonne auf. [...]Volker D. und Christoph B. sind das beste lebende Gitarrenduo aller Zeiten. Es tut weh, wenn Menschen heute noch WISHBONE ASH, den alten WHITESNAKE oder gar den längst vergammelten Southern-Helden hinterher weinen, derweil sich diese Kerle in einer nie gesehenen Leichtigkeit durch die Welt der zweistimmigen Gitarre spielen. Ähnliche Abstimmung und Gleichberechtigung gibt es nirgends, wer es besser weiß soll sich bitte bewerben.[...] Die Sonderstellung dieser zwei Schwaben zeigt sich besonders deutlich, wenn im Verlauf des Konzerts Bruce Brookshire dazu kommt und sich qua Setlist natürlich als Frontmann betätigt. Bruce ist ein überragender Gitarrist, das weiß man, aber er bekommt kongenialen Support von rechts und links, lässt auch zu, das man ihm die Bälle zuspielt, stoppt sie mit der Brust und gibt per Hackentrick weiter. Im Ergebnis hat man dann eine klassische 3-Stürmer-Taktik (nicht von Trapattoni erfunden!) mit 170 'Toren des Monats' in 45 Minuten. DAS, Damen und Herren, ist Schönheit. Danke für die Aufmerksamkeit. [...]Wesentlich für die Anziehungskraft im Jahr 2007 ist auch, dass Herr Bayer über die Jahre - und vor allem über seine Pause - verdammt nah an die ganz ganz großen Sangescharismatiker herangerückt ist. Da reicht ein Wink mit den Fingern, ein Klatschen und ein Hüftschwung (Stopp, das war Elvis), das Volk folgt. Setzt sich am Ende doch Können, Wissen und Ausdauer durch? Egal, LIZARD spielten an diesem Samstagnachmittag einen so bezaubernden Gig, dass ein Mann angehörs Route 66 zum Einstieg Brookshires sagte, dass Nachspielerei nun wirklich nicht sein müsse.
Musste sie doch, denn Bruce mag nun mal (die) Route 66, und es war ja auch nur der Anfang eines fulminanten Lizard-Brookshire-Lizard Sets.

www.home-of-rock.de, Fred Schmidtlein

Der Teckbote, Kircheimer Zeitung 26.06.07   Rollschuhplatz Festival

[...] Seit Georg Bayer bei der wohl authentischsten Südstaatenrockband Süddeutschlands wieder das Mikrofon in die Hand genommen hat, ist für die Fans von Lizard die Welt wieder in Ordnung. [...] Wie einst im Mai die Allman Brothers hatten die Neckarechsen mit Wolfgang Rosner tatsächlich einen zweiten Schlagzeuger mitgebracht, der sich offensichtlich mit dem in vielen Battles bewährten Drum Haudegen Helmut Kipp bestens verstand. Und noch einen Leckerbissen hatten die Lizards mit einer Reihe von Songs der amerikanischen Südstaatenrockband "Doc Holliday" zu bieten - und nicht nur das: "We don't have one guitar, we don't have two guitars, we got three guitars here on stage", unterstrich "Doc Holliday"-Sänger und Gitarrist Bruce Brookshire, was seine begeisterten Zuhörer längst registriert und mit Beifall aufgenommen hatten[...]

Rock it 01/2004   Lonely Are The Brave - Ein Album das richtig Spass macht

(...) Mit 'Lonely are the brave' melden sie sich mit einem Paukenschlag zurück. (...) Kracher wie 'Bring Me Some Water' oder 'Run Away' machen diese Scheibe zum unverzichtbaren Utensil auf der nächsten BBQ-Party. Jede Menge Slide-Guitar knallt da durch die Boxen. Die Rhythmus-Sektion spielt schön tight und groovig ihren Part. Ein Album, das richtig Spass macht. (...) Saubere und respektable Arbeit, Jungs (...). Absolut empfehlenswert, und das nicht nur für Freunde der Southern Rock-Szene."

8 von 10 Punkten

Eclipsed 12/2003  

Lizard sind in der Southern Rock-Szene schon lange keine Unbekannten mehr. Zahlreiche Releases, Tourneen und - ein eigener Sound, der zwar auf den Wurzeln des Stils basiert, aber dennoch neue Akzente setzt, haben zur großen Beliebtheit der Band geführt. 12 Tracks des neuen Albums vereinen das Beste aus Alt und Neu: kernige Gitarrenriffs, ein "klassisch" rauher Gesang, coole Rhythmen und eine Öffnung hin zu anderen Stilen (...) zeigen die hohe Aktualität der Band. (...) Es lohnt sich.

Good Times 12/2003  

Es scheint ein Widerspruch zu sein, aber 'Lonely Are The Brave' ist sowohl etwas für Hörer, die Lynyrd Skynyrd leid sind, als auch für solche, die von den Jacksonville-Jungs (und Mädels) nicht genug bekommen können. Wie das? Auch bei ihnen kommt der Sheriff vorbei und nimmt den Falschen fest ('Don't You Know'), aber ein solcher Boogie swingt ganz und gar unverschämt, holt sich beim Jazz den Feinschliff. Die Riffs aus den E-Gitarren der Herren Dörfler und Berner (...) kommen weniger schwerblütig, nicht so betont Achsel zuckend wie bei den solide abgeklärten Alabama-Werbern. Der Spaß gewinnt bei aller Professionalität die Oberhand und kulminiert in rassigen Chorsätzen bei den Refrains. Blues-Tupfer variieren das Programm ebenso wie Country-Ausflüge, es gibt weder in Strophen noch Solo-Passagen irgendwelche Längen oder gar irritierende Überproduktion: Hier darf die Snare noch scheppern, die Orgel noch vibrieren.

Home of Rock  

'Lonely Are The Brave' (...) ist in keinem Moment vorhersehbar, nicht kalkulierbar und mit keiner bisher erschienenen Südstaaten-CD vergleichbar. Keine Frage, selbstverständlich sind alle Southern-Insignien vertreten: Double Leads, Honky Tonk Piano, Hammond, Dobro und Slide Gitarren, dieser typische Gesang, der den Southerner verrät (auch wenn er aus dem Süden Deutschlands kommt), Balladen, Rocker, XL-Gitarrenschlachten etc.. Dumm nur, dass Lizard inzwischen turmhoch über den eingefahrenen Strukturen der Vorbilder aus dem Bible Belt fliegen.
(Fred Schmidtlein, www.home-of-rock.de)

NWZ (8.11.03)   Völlig losgelöst

Während Molly Hatchet immer schlechter werden, Lynyrd Skynyrd allenfalls auf der Stelle treten und nur noch die allman Brothers oder Doc Holliday die musikalische Südstaatenfahne ehrenvoll schwenken dürfen, schickt sich ausgerechnet die süddeutsche Band Lizard an, dem Southern Rock neues Leben einzuhauchen. Völlig losgelöst von den amerikanischen Vorbildern rocken die Mannen um Georg Bayer - der übrigens in der Form deines Lebens ist -, dass die sümpfe überschwappen. Zwischen die traditionellen Twin Guitars und perlende Honky-Tonk-Pianoläufe mischen sich Country und Rock. tragende Balladen klingen auch mal very british und mit Bernie Marsdens 'Bring Me Some Water' erfährt ein schöner Klassiker neue Ehren. (...) Southern Rock muss nicht klingen wie vor 30 Jahren. Respekt vor so viel Mut.

5 von 5 Sternen

Nürtinger Zeitung (28.10.03)   Lizard setzen Maßstäbe in Sachen Southern Rock

(...) Lizard freilich sind keine profillosen Adepten. Anerkennung genießen sie nicht nur bei den Fans in der Bundesrepublik, sondern auch im Mutterland des Genres. WArum das so ist? Die ersten Takte der neuen CD machen eine verbale Beantwortung der Frage überflüssig. "Travelling Band", einer der Anspieltipps, geht gerade nach vorne. Der Sound ist satt, die Gitarren geben den Ton an. Auch in puncto Aufnahmetechnik bleiben keine Wünsche offen. (...) Auch Georg Bayer klingt so amerikanisch - so wie man eben klingen muss, wenn man über Jahre hinweg die eigenen Ansprüche und die der Fangemeinde in diesen musikalischen Gefilden erfüllen will. Wer den Begriff der Schnörkellosigkeit als Tugend der kanonischen Rocker überstrapaziert, muss bei der akustischen Lektüre dieser stilechten Gitarrenliteratur gebremst werden (...). Natürlich fehlen all die Stilmittel nicht, die der Genre-Freund und -kenner so lieb gewonnen hat: Slideguitar, Dobro und kernige Doppelläufe - und auch Piano- und Hammondsound, den Klaus Brosowskierzeugt. Brilliant auch die Chorgesänge. (...)

rtj  

With the release of the last Doc Holliday's album, here comes an other great moment of joy and satisfaction, I'm talking about the Lizard's last album. This is certainly the best release to this day for the german band, even if the previous album were great. While listening to thier last release, I have the feeling they reached the higher step to be considered a major band. The sound is also great andperfect, just as the songwritng. Listen to the great "Travelling band" and its guitar riff by Christoph Berner or you can also have a listen to "Bring me some water" (written by Bernie Marsden and Micky Moody, ex Whitesnake) and you know what I mean. Lizard, today is a great band, a major band ! There are still great songs on this album, such as "Lonely are the brave" and its slide guitar part, "Tell me" (the one I like the most) and the great "Coming home" and its southern guitars. For sure, Lizard has got to a higher level, has got a new dimension. Hats off to Georg Bayer and his buddies.
(John Molet)

www.southern-rock.de   Europas Southern Rock Band No. 1 jetzt in der Top-Liga

Das, was hier aus den Boxen kommt, stellt die letzten CDs von Lynyrd Skynyrd und Molly Hatchet sowohl musikalisch als auch von der Spielfreude lang in den Schatten. 'Travellin Band' als Opener, der Titelsong 'Lonely Are The Brave' und die Nummern 'Run Away', 'Tell Me', Don't You Know' und 'Leaving' haben allesamt das Zeug zum absoluten Klassiker

Break Out 8/2003   Allererste Sahne

"Wer glaubt, Südstaaten-Rock könne nur von Bands aus den USA glaubhaft rübergebracht werden, der irrt gewaltig und hat wahrscheinlich noch nie was von Lizard gehört. Die schwäbische Combo (...) hat nun in 'Lonely are the brave' ihren neuen Streich abgeliefert, der wirklich allererste Sahne ist. Lizard klingen auf der CD authentischer als mancher Southern-Act aus den Staaten. Neben dem Songwriting mit wunderbaren Tracks (...) fällt die enorme stilistische Bandbreite auf, mit der die Herren agieren (...). Lizard beackern gekonnt das komplette Feld. Zwölf Stücke lang Musikgenuss ohne einen songschreiberischen Ausfall, Respekt für diese Leistung. Beim Anhören des Albums wird deutlich, dass Lizard für ihre Musik leben, denn nichts wirkt aufgesetzt oder gekünstelt. Und diese Ehrlichkeit schlägt sich deutlich in der Qualität von 'Lonely are the brave' nieder."

Gitarre & Bass 08/2003   Southern Steel

Die wohl bekannteste und renomierteste deutsche New-Southern-Band (...) Eigenwilliger aber traditionsbewusster Stil (...) Das perfekt ausgefeilte Double-Lead-Spiel des Gitarrenduos Dörfler/Berner wird bei dieser Produktion immer wieder durch kleinere Piano- und Keyboardeinsätze veredelt.

www.baerchenrecords.de   Unglaublich, aber wahr

Southernrock made in Germany! Und Leute, es funktioniert nicht nur, nein, das Sextett aus dem Schwabenländle stellt mit seiner neuen Produktion so manche US-Band dieses Genres in den Schatten. Das ist musikalisch das Beste, was man seit langem aus deutschen Landen präsentiert bekam. Satter, knackiger, druckvoller Sound, wunderbare Gitarrenarbeit mit zum Teil herrlichem Twin-Gitarrenspiel der beiden Gitarristen in allerbester Allman Brothers-Tradition und perfektes Rock-/Southernrock-Songwriting. Abwechslungsreich, hart, rockig, auch mal ein countryinfiziertes Stück, vereinen sie alle Indizien dieses Musikstils nahezu perfekt und klingen amerikanischer als viele unserer Lieblinge. 10 eigene Titel, darunter mit "Spider woman" ein Track,der das Gefühl vermittelt, Deep Purple's Jon Lord sei bei den Allman Brothers eingestiegen, eine starke Coverversion von Neil Young's "Ohio" und eine 10-minütige Live-Version von Bruce Brookshire's (Doc Holliday) "Lonesome guitar", der ein großer Freund der Band ist.

Die Jungs haben den großen Durchbruch verdient! Weiter so!

Easyriders 11/2003  

"Das neue Album 'Lonely Are The Brave' überzeugt mit einem lässig-nichtdeutschen Touch - irgendwie ist der Sound mit mehr Wüstenstaub überzogen als alle bisherigen CDs der Schwaben. Diese Platte hat einfach alles, was ein gutes Southern-Rock-Album ausmacht:Truckladungen schön dreckiger Slidegitarren und fetter Riffs, dezenter und sehr amerikanischer Einsatz von Hammond- und Fender-Tasten und ausgereiftes Songwriting. Hinzu kommt die unüberhörbare Vocal-Präsenz von Doc Holliday's Bruce Brookshire.

9,5 von 10 Punkten

Home of Rock   Southern Steel

Die schwäbische Band Lizard hat ihren vierten Longplayer gebaut. Um nicht zu sagen erschaffen. Erstmals auf dem neuen Halycon Label aus Reinfeld. Ich mochte die bisherigen Lizard CD's, aber letztlich hat es immer irgendwie an der Produktion gemangelt (außer auf der Live). Die Umsetzung des Live-Sounds gelang im Studio nie so 100%ig. Anders hier. Southern Steel setzt Maßstäbe in punkto fettem, druckvollem und klarem Sound. Und damit meine ich nicht Maßstäbe im nationalen Bereich. Manche US-Band sollte sich an diesem Sound ein Beispiel nehmen.

Zur Musik: "Money World" bläst einem gleich zu Beginn den Sumpf aus den Ohren. Pfundweise Gitarren und es rockt mächtig.
"My Fears Are Gone" hebt mit einem sauberen Solo ab. Nach gut 2 Minuten wird es dann richtig spannend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Keyboard leitet eine 5(!)-minütige Southern Session ein. Vergleichbares habe ich vor vielen Jahren letztmals gehört. Als Dickey und Duane noch mit Greg um die Wette gespielt haben...
"River" gibt dem Rockerherz keine Ruhe. Der Song marschiert. Und immer wieder die zweistimmigen Solis. Hach, seufz.
"I'm A Man" ist zweigeteilt. Eineinhalb Minuten akustische Einleitung mit traumhafter Slide und Harp. Dann geht's zur Sache. Mr. Ingram: Watch out! So macht man spannende Intros mit folgendem Rocksong. Da wird nicht geholzt, da wird gespielt. Zweistimmig, mit Piano. Und überflüssige Soundwände von Synthie und ge-x-fachten Gitarren sucht man vergebens. Ganz geile Nummer.
Bei "Boys Are On The Road" hüpft der kleine Fred durchs Zimmerchen. Und wenn er einen Chevy hätte und in Florida wohnen würde... Auch hier wieder: Double-Leads, Druck ohne Ende, Slide, Breaks, Steigerung, Höhepunkt. Einfach furios. Und ich rede nicht vom Bumsen.
"Wanted" ist einfach ein netter kleiner Country Song. Hübsches Accordion und ein "echtes" Western-Solo.
Jon Lord bei Lizard? Die Orgel am Anfang von "Spider Woman" klingt so. Aber das schöne Intro entpuppt sich doch (nicht negativ gemeint) zu einem Southern Song. Oder soll man sagen: Zu einem tollen Rock Song? Ein bisschen southern, ein bisschen hymnisch, ein bisschen hitverdächtig. Fährt ins Ohr, fährt ins Bein und knackt.
"One Of These Days" ist mir persönlich etwas zu depressiv. Auch der Text ist nicht wirklich partytauglich. Aber lesens-/hörenswert. Und die Gitarren-Keyboard-Duelle sagen alles.
"Ohio" stampft dafür wieder durch die Boxen. Diese Interpretation des Neil Young-Klassikers dampft das Original auf Kinderliedgröße ein. An der Slide steht offenbar der Leibhaftige persönlich. Das klingt beinahe beängstigend.
Zu "Bayou" fällt mir spontan mein Liebling Kurt Ostbahn ein. Eine ähnlich gefühlvolle Swamp-/Cajun-Ballade kriegt außer ihm und Lizard in Europa keiner hin. Diese Slide und dazu das Accordion...on the bayou...
Der Abschluss der CD (außer man betätigt die Repeat-Taste) ist die zweite Coverversion. "Lonesome Guitar" von Doc Holliday. Mit Bruce Brookshire
verbindet Lizard eine lange Freundschaft und viele gemeinsame Konzerte (und die Borderline CD mit Moody und Marsden). Deswegen macht "Lonesome Guitar" hier auch Sinn und ist nicht einfach nur so dahingespielt. Was in diesem Song nach 5 Minuten passiert, dürfte zum feinsten gehören, was deutsche Southern-Ohren (und Nasen) jemals vorgeführt bekamen. Wie es sich die Jungs, gitarrentechnisch, geben...Gänsehaut. Letztmalig bei den Outlaws gehört so was. Und natürlich bei Doc Holliday.

Ja, was soll man (und auch Frau) sagen? Die beste Stunde (weil, die CD dauert nämlich knapp eine) deutscher Southern Rock-Musik aller Zeiten? Wer weiß es? Ich nicht. Jedenfalls kenne ich nichts besseres und ernenne Southern Steel zur besten deutschen Southern-Produktion. Und die Amis können in Deckung gehen.

Ein Rat an Georg Bayer (den Sänger) noch. Kette diese Band an! Weil, wenn ein gewisser Herr Allman dem kindischen Gedudel von Derek Trucks überdrüssig wird, dann sind zumindest die Gitarristen von Lizard stark übernahmegefährdet. Und er selbst braucht womöglich einen Stuntman am Keyboard.

Südwest-Presse   Besser denn je

Georg Bayer und die Southern-Rocker Lizard im "Rainbow”. Optisch gesehen ist er ja nicht gerade der typische Rockstar. Da stellt man sich doch eher einen Jon Bongiovi vor. Dafür wirkt Georg Bayer natürlich, sympathisch, strahlt gar eine Art Schimanski-Charme aus. Und wenn er dann noch - so wie am Freitagabend im Altheimer "Rainbow" - aus tiefster Seele inbrünstig "I'm a Rocker, I'm a Roller" singt, dann nimmt man ihm das anstandslos ab.
Für die wenigen, die es nicht wissen: Georg Bayer ist der Sänger der Southern-Rock-Formation Lizard und bildet mit gerade dieser die Spitze der recht spärlichen deutschen Southern-Rock-Szene. Und ähnlich wie Doc Holliday, Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet - die leuchtenden Vorbilder aus Amiland - kommen auch Bayer und seine Mannen aus dem Süden ihres Landes, aus Stuttgart und Umgebung.
Am Freitag im "Rainbow" hatten Lizard ein Heimspiel. Dort hat die Band nicht nur bereits viele umjubelte Konzerte gespielt, sondern auch schon ein Video produziert und nicht zuletzt mit Doc Holliday-Mastermind Bruce Brookshire auf der Bühne gestanden.
Daß die neue,musikalisch hervorragende Lizard-Besetzung - Christoph Berner, Volker Dörfler, Klaus Brosowski, Andreas Kemmer und Helmut Kipp -inzwischen auch von den eingeschworenen Lizard-Anhängern akzeptiert ist, verdeutlichte am Freitag die mehr als nur gute Stimmung im prallgefüllten "Rainbow". Georg Bayer selbst zeigte sich in Bestform, überzeugte stimmlich sogar noch mehr als auf den CDs.
Die Songauswahl lies für eine echte Southern-Rock-Party keinerlei Wünsche offen; ob nun die abwechslungsreiche Bluesnummer "Josephine", die schöne Ballade "Sweet little Angel" (beide von der Borderline-CD "Line Up",dem heimlichen zweiten Lizard-Album) und hitverdächtige Rocker wie das schon ältere "No Time" oder "Running With The Horses" von der "Riding On A Train"-Maxi. Nach solch starken Songs konnten Lizard selbst mit dem Doc Holliday-Klassiker "Lonesome Guitar" im Zugabenteil einen draufsetzen.

Kirchheimer Teckbote   Die wohl beste Live-Band Süddeutschlands

...Als Top-Act des Tages standen die Mannen von "Lizard" schon in den Startlöchern. Das Publikum bekam dann auch das, was es erwartet hatte und noch ein wenig mehr. Amerikanische Musik, Südstaaten-Rock par exellence. Die sechs Musiker verteidigten wieder einmal ihren Status als die wohl beste Live-Band Süddeutschlands. Eigenkompositionen und Coverversionen, wobei die Interpretation von "Nights in white satin" ein Diamant inmitten von Edelsteinen war, wechselten sich ab. Christoph Berner und Volker Dörfler lieferten sich spannende Gitarrenduelle, Klaus Brosowski webte an seiner Orgel nicht nur wunderschöne Klangteppiche, sondern konnte auch solistisch überzeugen. Die Spielfreude der Rhythmussektion mit Helmut Kipp (dr) und Andi Kemmer (bass) gipfelte in einem schweißtreibenden Baß-Schlagzeug-Solo. Zusammen mit Georg Bayer am Mikro brachten sie einen Breitwand-Sound auf die Bühne, für den sie bekannt sind. Deshalb wurden sie auch erst zwei Stunden und mehrere Zugaben später von der Bühne gelassen.